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Typischer Behandlungsablauf bei Eizellkonservierung


Anamnese

Das erste Beratungsgespräch dient zum Kennenlernen der Patientin und des Arztes. Durch die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) der Frau erhält der Arzt erste Hinweise für die geplante Behandlung. Hier werden die Zykluslänge, Dauer der Menstruationsblutung sowie evtl. Operationen im Bauchraum festgehalten. Eine erste Ultraschalluntersuchung gibt Auskünfte über die Gebärmutter und die Eierstöcke. Die Ultraschalluntersuchungen erfolgen durch die Scheide (vaginaler Schall).

Hormonelle Stimulation (Förderung der Eizellreifung)

Die hormonelle Stimulation dient zur Verbesserung der Eizellreifung und beginnt meist am dritten und fünften Zyklustag. Da in einem natürlichen Zyklus der Frau in der Regel eine Eizelle heran reift, ist das Ziel der Behandlung, mehrere Eizellen zum Wachstum anzuregen. Die Anzahl ist abhängig von der Gabe der Medikamente sowie vom Alter der Frau.

Die erste Phase der Hormonbehandlung soll den Körper auf die folgende Stimulation der Eierstöcke vorbereiten (down regulation). Hier wird die körpereigene Hormonproduktion unterdrückt. Bewirkt wird dies entweder durch tägliche Injektionen (subkutan unter die Haut) oder eine orale Einnahme bestimmter Medikamente.

Nun erfolgt die Stimulation der Eierstöcke. Hierzu wird ein individueller Behandlungsplan für die Patientin erstellt. Die Patientin verabreicht sich täglich eine gewisse Hormonmenge in Form von subkutanen Injektionen. Damit Sie dies selbstständig zu Hause durchführen können, wird Ihnen in Ihrer Klinik die Anwendung der Spritzen vom Fachpersonal in einer speziellen Schulung erklärt und demonstriert.

Monitoring (Überwachung)

Die Entwicklung der Eizellreifung wird per Ultraschall vom Arzt kontrolliert. Hier wird sichtbar, wie viele Eibläschen (Follikel) durch die hormonelle Stimulation herangereift sind und wie groß sie jeweils sind.
Zusätzlich werden Hormonuntersuchungen im Blut mit zur Überprüfung herangezogen, um den optimalen Zeitpunkt des Einsprungs und die daraus resultierende Gewinnung der Eizellen (Punktion) zu bestimmen. Je nach Behandlung werden in der Regel 3-4 Kontrolluntersuchungen notwendig sein, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Auslösen des Eisprungs

Sobald die Ultraschall- und Hormonuntersuchungen die gewünschten Ergebnisse erreicht haben, wird der Eisprung durch eine hCG-Injektion ausgelöst. Diese Injektion spritzt sich die Patientin selber, wie schon zuvor die Hormoninjektionen, subkutan unter die Haut. Ca. 36 Stunden nach der Eisprungspritze werden die herangereiften Eizellen aus den Follikeln abgesaugt (Punktion).

Entnahme der Eizellen (Punktion)

Der operative Eingriff erfolgt durch eine kurze leichte Narkose und wird ambulant in der Klinik durchgeführt. Die Follikel werden mittels Ultraschallkontrolle durch die Scheide mit einer dünnen Nadel punktiert und die sich darin enthaltenden Eizellen abgesaugt.

Nach ca. 2-3 Stunden Ruhezeit darf die Patientin in der Regel die Klinik in Begleitung einer weiteren Person verlassen. Für den weiteren Verlauf des Tages sollten Sie sich Ruhe und Erholung gönnen.

Im Labor wird die gewonnene Follikelflüssigkeit unter dem Mikroskop nach Eizellen untersucht. Die Eizelle ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen und hat einen Durchmesser von 0,11 – 0,14 mm. Die Eizellen werden in eine spezielle Kulturschale mit Nährlösung gegeben und bei 37 Grad °C im Brutschrank kultiviert. Eine konstante Gasatmosphäre im Brutschrank ist für die gelagerten Eizellen optimal.


Technisch bieten sich 2 verschiedene Methoden an, von denen die Vitrifikation immer häufiger als Mittel der Wahl herausgestellt hat.

Vitrifikation

Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem den Zellen durch Zugabe bestimmter Lösungen das intrazelluläre Wasser entzogen wird. Die Zellen werden mit hoher Einfriergeschwindigkeit in spezielle Gefriersysteme überführt. Dieses schnelle Verfahren der Kryokonservierung schließt die Kristallbildung praktisch ganz aus.

Slow freezing

Das langsame Einfrieren ist seit vielen Jahren eine gängig angewandte Methode, biologisches Material einzufrieren. Die Kryokonservierung in flüssigem Stickstoff erfolgt ebenso bis zu -196 °C. Dieses aufwendige Verfahren zeigt eine Dauer über mehrere Stunden.

Lagerung

Die Gefrierproben werden in die mit Stickstoff gefüllten Kryobehälter bei -196 °C überführt. Unter diesen Bedingungen können die Zellen über lange Zeit in den Spezialbehältern gelagert werden, ohne Beeinträchtigung ihrer Lebensfähigkeit und Funktion.

Bei auftretendem Kinderwunsch im höheren Alter können die kryokonservierten Eizellen für eine Befruchtung verwendet werden.